It's a Gift – Norman Z. McLeod
iin: Max Annas, Annett Busch, Frieda Grafe (Hg.): 30 Filme, Heft 2, Berlin: Brinkmann & Bose 2013, S. 90-95

[DE] 1995 hat die mittlerweile legendäre Filmkritikerin und Autorin Frieda Grafe (1934–2002) für die Zeitschrift Steadycam eine Liste ihrer 30 Lieblingsfilme verfasst. Grafe spielt hier mit dem Kanon, nähert sich ihm an, verlässt ihn wieder, und mitunter verhöhnt sie ihn sogar. Frieda Grafes Arbeit war geprägt durch eine Sprache, die sich von den Filmen hat anregen und bewegen lassen und einer Haltung, die eher die einer Übersetzerin als die einer Kritikerin war. Wie niemand sonst hat sie Bürgerliches und Anti-Bürgerliches gelebt und formuliert. Ihre Anwendung war gegen die Praxis des Sammelns und Aufhäufens gerichtet und auf das Verbinden aus, das nicht nur die alten Künste und Medien miteinander verknüpft, sondern auch das Kino einbezogen hat in diese Netzarbeit. Die 30 Filme sind in drei Inseln à 10 Filmen angeordnet und zu wurden 2013 in drei Filmreihen im Kino Arsenal präsentiert. Zu jeder der drei Filmreihen ist je ein magazinähnliches Heft bei Brinkmann & Bose erschienen, dem Verlag, der bereits die zwölfbändige Gesamtausgabe mit Grafes Schriften verlegt hat. Für jede Ausgabe "Frieda Grafe – 30 Filme" haben Filmwissenschaftlerinnen, Filmemacher, Historikerinnen und Kulturtheoretiker über je einen Film einen neuen Text verfassen. Manche sind vertraut mit der Arbeit von Frieda Grafe, manche nicht, viele stehen vor dem Problem, dass ihre Texte kaum übersetzt sind und nicht zuletzt geht es genau darum: das Schreiben und die Haltung von Frieda Grafe in einen internationalen, zeitgenössischen Kontext zu stellen und, vor diesem Hintergrund, die Filme mit neuen Augen zu sehen.

It's a Gift – Norman Z. McLeod
(Dies ist nur eine Leseprobe, um Einsicht in meine Arbeit zu geben. Der Artikel darf weiter verbreitet oder ohne meine Zustimmung genutzt oder wiederveröffentlicht werden)