Für Annette Brauerhoch, Kinoliebhaberin. Eine Sammlung von Nanna Heidenreich.
In dem zum 60. Geburtstag von Annette Brauerhoch 2015 bei Stroemfeld erschienenen Band "Die Körper des Kinos. Für eine fröhliche Filmwissenschaft" (hg. von Christian Hüls, Natalie Lettenewitsch und Anke Zechner) erschien der Beitrag "Für Annette Brauerhoch, Kinoliebhaberin. Eine Sammlung von Nanna Heidenreich."

[DE] »Fröhliche Wissenschaft« – so hieß vor zwanzig Jahren eines der von Annette Brauerhoch mit herausgegebenen Hefte von Frauen und Film. In dem Rekurs auf Nietzsches Wendung steckt die Spannung zwischen Lust und Leid, die Sehnsucht nach Leichtigkeit wie auch nach Leidenschaft in einer oft als zermürbend empfundenen akademischen Praxis. Film, lange Zeit nicht als ernsthafter Forschungsgegenstand anerkannt, schien aufgrund seiner Anrüchigkeit und Randständigkeit besonders geeignet, die Universität anders zu denken. Dort wurde die Filmwissenschaft schnell Teil einer als universal verstandenen Medienwissenschaft, die auch hochschulpolitisch erfolgsträchtiger war. Dem ökonomischen Bedeutungsverlust von Film selbst und dem Verschwinden analoger Materialität steht seine digitale Allgegenwart als Bewegtbild gegenüber. Jenseits solcher Verschiebungen hat Annette Brauerhoch stets auf dem ›unanständigen‹, anstößigen Charakter von Film bestanden.